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	<title>Harald Havas &#187; Kolumnen</title>
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		<title>Zoff in Marokko</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 17:53:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine bislang einzige regelmäßige (humoristische) Kolumne: „Panoptikum“ in der ambitionierten, aber mittlerweile leider untergegangenen Kabarett- und Satire-Zeitschrift „Klein&#38;Kunst“. Hier ein Beispiel daraus.
Entschuldigen Sie, wenn ich etwas langsamer schreibe als gewohnt, aber ich hab heut ein bissi Kopfweh und da geht das alles nicht so schnell, ok? Gut, also wo war ich? Ach ja, ganz am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Meine bislang einzige regelmäßige (humoristische) Kolumne: „Panoptikum“ in der ambitionierten, aber mittlerweile leider untergegangenen Kabarett- und Satire-Zeitschrift „Klein&amp;Kunst“. Hier ein Beispiel daraus.</p></blockquote>
<p>Entschuldigen Sie, wenn ich etwas langsamer schreibe als gewohnt, aber ich hab heut ein bissi Kopfweh und da geht das alles nicht so schnell, ok? Gut, also wo war ich? Ach ja, ganz am Anfang. Das heißt ich muß gewissermaßen erst einmal etablieren, worum es heute gehen soll. Na, dann mach&#8217; ich das amal.</p>
<p>Also&#8230;<br />
Heute fand ich in der mir sehr lieb gewordenen Rubrik &#8220;Böse Wörter&#8221; des elektronischen Tratschvereins &#8220;Black°Box&#8221; eine neue Mail zu einem meiner Lieblingsthemen &#8211; deutsche Verleihtitelungen ausländischer Filme. Einer der Mitdiskutanten vermeldete dorten die Sichtung des Titels &#8220;Büro brutal: ein Biest will nach oben&#8221; für einen amerikanischen Film namens &#8220;Body Language&#8221;. Nachdem man davon ausgehen kann, daß den Übersetzern der Filme die deutsche Bedeutung des Titels, &#8220;Körpersprache&#8221;, durchaus bewußt gewesen sein dürfte, kann man also getrost andere Motive hinter dieser &#8220;Übersetzung&#8221; vermuten. Der Schreiber der Mail fügte noch an, daß er gerne wüßte, wo die Schöpfer von derlei Wortungetümen denn rekrutiert würden. Nun, diese Frage vermag ich auch nicht zu beantworten. Was ich aber doch kann, ist diesem Fall einige weitere andere Fälle hinzuzufügen. Und ich meine nicht Dativ oder Akkusativ.<br />
(Ähem&#8230; Bitte ignorieren Sie den letztgenannten Ausrutscher in die seichteren Humor-Gewässer. Die obenerwähnten Kopfschmerzen, Sie verstehen&#8230;)<br />
Tatsächlich bereitet es mir schon seit geraumer Zeit großes Vergnügen, die deutschen Filmverleihtitel zu beobachten, ja, zu sammeln. Und zwar jenseits der primitiven, kaum variierten, mit Zahlwörtern beginnenden &#8220;Knallern&#8221; à la: &#8220;Zwei irgendwas im/in/auf irgendwas tun irgendwas&#8221;, Sie kennen das sicher selber zur Genüge. Oder? Na gut, ein paar Beispiele zur Auffrischung: &#8220;Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle&#8221;, &#8220;Zwei Supertypen räumen auf&#8221; (ein politisch korrekter Putzfrauenfilm?), &#8220;Zwei Trottel als Bruchpiloten&#8221;, &#8220;Zwei Trottel als Revolverhelden&#8221;, &#8220;Zwei Trottel an der Front&#8221;, &#8220;Zwei Trottel gegen Django&#8221; etc. pipapo (alle Beispiele 100 % authentisch). Das ganze gibt&#8217;s dann auch noch mit &#8220;Drei&#8230;&#8221;, &#8220;Vier&#8230;&#8221; und so weiter.<br />
Nein, wirklich interessant sind eher die Titel, die eine gewisse kreative Eigenleistung deren Erfinder widerspiegeln. Bei &#8220;Zwei Trottel als Revolverhelden&#8221; etwa, kann man ja immerhin rückschließen, daß es sich um einen &#8220;humoristischen&#8221; Western handeln dürfte. Aber bei &#8220;Ich glaub&#8217; mich tritt ein Pferd&#8221; wird&#8217;s in puncto Inhalt schon ein wenig schwieriger. Um so mehr als der Originaltitel in diesem Fall &#8220;Animal House&#8221; lautet, was die Handlung des bekannten John Belushi Streifens immerhin ein wenig genauer umschreibt. Kreativ auch der Mensch, der den Grusel-Klassiker &#8220;Twilight Zone&#8221; (&#8221;Die Zwielicht-Zone&#8221;) auf deutsch in &#8220;Unheimliche Schattenlichter&#8221; umtaufte. Besonders liebe ich aber die kreativen Titel, die oft aus mehr als einem halben Dutzend Worten bestehen &#8211; als Übersetzung von Filmen, die im Original einen Ein-Wort-Titel aufweisen. Ein paar Beispiele. O-Titel: &#8220;Airplane!&#8221;, deutsch: &#8220;Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug&#8221;. O-Titel: &#8220;Stripes&#8221;, deutsch: &#8220;Ich glaub&#8217;, mich knutscht ein Elch&#8221;. Und mein ganz besonderer Liebling &#8211; O-Titel &#8220;Vacation&#8221;, deutsch: &#8220;Die schrillen Vier auf Achse&#8221;.<br />
Aber warum auch nicht? Wenn es Publikum bringt und die Massen unterhält, dann sollte man diese Titelgebungen durchaus fördern. Wenn nicht sogar ausdehnen! Man stelle sich nur vor, wie begeisterte junge Kinogehermassen sich auf große Werke der Film-Literatur stürzen würden, gäbe, ja, gäbe man ihnen nur adäquate neue Titel! Ich fordere daher vehement die Umbenennung des Bogart-Klassikers &#8220;Casablanca&#8221; in &#8220;Zoff in Marokko&#8221;. Da weiß man gleich, was man davon halten soll! &#8220;Citizen Cane&#8221;? Wen soll das hinter dem Ofen hervorlocken? &#8220;Ein irrer Millionär und sein heißer Schlitten&#8221; klingt doch gleich viel interessanter! &#8220;Vom Winde verweht&#8221;? Viel zu poetisch! &#8220;Der große Dunkle und das kleine Biest&#8221; trifft die Sache doch viel genauer. &#8220;Ghandi&#8221;? &#8220;Ein irrer Inder haut auf den Putz&#8221;! &#8220;Romeo und Julia&#8221;? &#8220;Zwei frühreife Früchtchen treiben&#8217;s bunt&#8221;! &#8220;Der Tod in Venedig&#8221;? &#8220;Ein warmer Bruder beißt ins Gras&#8221;! Die Möglichkeiten sind endlos!<br />
Weiter Vorschläge und Unterstützungen in dieser Angelegenheit nehme ich gerne entgegen. Und mein Kopfweh ist auch schon viel besser&#8230;</p>
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		<title>Wenn schon, denn schon</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 23:15:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine bislang einzige regelmäßige (humoristische) Kolumne: „Panoptikum“ in der ambitionierten, aber mittlerweile leider untergegangenen Kabarett- und Satire-Zeitschrift „Klein&#38;Kunst“. Hier ein Beispiel daraus.
Eine der irritierendsten Neuerungen der &#8220;Neuen Deutschen  Rechtschreibung&#8221; (von Kollegen Brix in seinem Programm ja völlig zutreffend als  &#8220;größter Schas seit dem Zweiten Weltkrieg&#8221;) bezeichnet, ist ja das  Getrenntschreiben. Denn, ehrlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Meine bislang einzige regelmäßige (humoristische) Kolumne: „Panoptikum“ in der ambitionierten, aber mittlerweile leider untergegangenen Kabarett- und Satire-Zeitschrift „Klein&amp;Kunst“. Hier ein Beispiel daraus.</p></blockquote>
<p>Eine der irritierendsten Neuerungen der &#8220;Neuen Deutschen  Rechtschreibung&#8221; (von Kollegen Brix in seinem Programm ja völlig zutreffend als  &#8220;größter Schas seit dem Zweiten Weltkrieg&#8221;) bezeichnet, ist ja das  Getrenntschreiben. Denn, ehrlich gesagt, ob irgendwer irgendwo &#8220;Ketschap&#8221; oder  &#8220;Rütmus&#8221; &#8211; oder wie immer das jetzt heißt &#8211; schreibt, ist mir ziemlich Blunzn,  ich bleib&#8217; eh bei den alten (ja auch noch erlaubten) Versionen. Und &#8220;Delfin&#8221;  halt ich gerade noch aus. Auch an &#8220;gäbe&#8221; (wie in &#8220;gang und&#8221;) werd ich mich  gewöhnen, sowie auch an &#8220;Schnäuzen&#8221; und &#8220;Albträume&#8221; bereiten mir nicht  ebensolche. Schwerer tu ich mir da schon mit &#8220;Tipp&#8221;, das verstößt gegen meine  sämtlichen ästhetischen und anglophilen (-filen?) Regungen. Daher plädiere ich  ja für die restlose Streichung aller &#8220;Tipps&#8221; dieser Welt und fordere stattdessen  die Eindeutschung des gleichbedeutenden englischen Wortes &#8220;hint&#8221;. Denn, Hand  aufs Herz, ein Schönheits-Hint ist nicht schlechter als ein Schönheits-Tip  (höchstens etwas gewöhnungsbedürftig), und auf jeden Fall besser als  Schönheits-Tipp. Und von &#8220;Stopp&#8221; wollen wir jetzt gar nicht erst  reden&#8230;<br />
Doch ich schweife ab. Eigentlich wollte ich ja was über die  Getrenntschreibung schreiben. Die ist echt ein Krampf. Und natürlich völlig  inkonsequent. Ich fordere daher nicht die &#8220;gemäßigte Trennschreibung&#8221; sondern  die ganz und gar maßlose. Warum auch nicht? Wenn gewisse Stoffe jetzt schon  &#8220;Krebs erregend&#8221; sind (was man wohl benötigt, um so ein Schalentier so richtig  zu erregen?), warum dann nicht auch Getrenntschreibung getrennt schreiben?  Getrennt Schreibung. Ist doch cool. Viel weniger zu sammen ge setzte Worte,  dafür viel mehr Adverbien. Eine späte Rache dieser ver nach lässigten Satz  Partikel ge gegen über den viel ge bräuch licheren Adjektiven. Das man bei der  neuen Maß losen Trenn Schreibung auch vor Silben ab trennen sollte, ist ja klar.  Nur ob man auch fremd ländische, soll heißen, aus ländische fremd Worte ge  trennt schreiben sollte, ist mir noch nicht ganz klar. Ad Jektive und ad Verbien  &#8211; was meinen Sie ge schätzte Leser? Da bin ich mir noch un sicher. Etwa bei den  prä potenten pre Fixen oder auch di versen kon genialen prä Servativen. Aber  ganz ernst haft: was mich da ran so wurmt, ist, dass durch die ge trennt  Schreibung, ge wisse kurze Sprach Pausen in die ge sprochene Sprache ein ge  führt werden, die eigentlich so bis lang nicht vor Handen waren. Ich be fürchte  ganz im Ernst eine ver Änderung hin zu einer deutschen ge sprochenen Sprache im  Stakkato. Ich gehe eben viel lieber &#8220;radfahren&#8221; als &#8220;Rad [kurze ge Danken ver  lorene Pause] fahren&#8221;.<br />
Aber wenn schon, denn schon: die die kon Sequenz  sollte bei der Maß losen ge trennt Schreibung, da her noch viel weiter gehen.  Weshalb nicht die ge trennt Silben Schreibung? Die ja pa ner ha ben ja auch sil  ben zei chen. Dann könn te man auch gleich die un sin nige groß schrei bung völ  lig kü beln, weil dann eh nim mer klar ist, wo das wort denn nun ei gent lich an  fängt und wo es wie der auf hört. Es gibt eh viel zu we nig kon se quenz in po  li tik wie le ben. Da könn te die recht schrei bung ein wah res vor bild sein.  Da her mein auf ruf: nie der mit den zu sam men hän gen den wor ten! Gebt den  sil ben ih re frei heit. Fol get mir nach in ei ne neu e ä ra. Ein neu es gol  den es zeit alt er. Herr lich!<br />
Ha rald ha vas</p>
<p>(Panoptikum / Aufgesammelt von Harald Havas &#8211; erschienen in &#8220;Klein und Kunst&#8221;)</p>
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